Der Boxer:
Eine unverwechselbare Kopfform

Der Boxer verdankt seine besondere, runde Kopfform (brachyzephal) der Tatsache, dass das Gesichtsteil seines Schädels flach ist und sein Unterkiefer in Bezug auf den Oberkiefer weit hervorsteht. Man nennt dies Prognathismus inferior oder auch Vorbiss. Da der Boxer dieselbe Anzahl Zähne wie andere Hunde hat (42), bewirkt der Platzmangel im Kiefer, dass die Zähne nach außen wachsen können.
Durch diese Zahnstellungsfehler kann der Boxer Probleme haben, seine Nahrung aufzunehmen. Er neigt dann dazu, seine Nahrung vorzeitig anzusaugen. Dies stellt einen zusätzlichen Risikofaktor für Magendehnung mit Magendrehung dar. Da der Hund eine erhebliche Menge Luft schluckt, nimmt die physiologische Ausdehnung zu (Glickman et al., 1997).

Bei brachyzephalen Rassen wie dem Boxer kommen Anomalien der Lippen oder des Gaumens beim Welpen am häufigsten vor: Lippen- und Gaumenspalte, weil die Nasen- und Oberkieferknochen bei der Entwicklung des Embryos nicht zusammenwachsen. Welpen, die mit diesem gravierenden Fehler geboren werden, müssen oft eingeschläfert werden, da Nahrung in die Nasenhöhlen
gelangen und Atmungsprobleme verursachen kann. Folsäuremangel spielt eine wichtige Rolle beim Auftreten von Lippen- und Gaumenspalten bei Mensch und Tier.